Wieviel Lärm ist uns unsere Sicherheit wert?

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http://www.s-bahn-berlin.de/bauinformationen/pdf/160928_Bauflyer_Blankenburg-Bernau_14.10.-14.11.2016_online.pdf

Wieviel Lärm ist uns unsere Sicherheit wert?

Erneuerung der Signalanlagen: vier Wochen keine S-Bahn, zwei Wochen Extremlärm rund um die Uhr – gibt es Alternativen?

Die Signalanlagen werden zwischen Bahnhof Blankenburg und Bernau erneuert, was eine Vollsperrung der S-Bahn vom 14.10. bis 14.11. erfordert. Aus diesem Anlass bat die DB Netz Mitglieder der BINO zu einem Informationsgespräch.

Wie schon durch die Presse mitgeteilt wurde, wird der Schienenersatzverkehr durch Busse alle Bahnhöfe der Strecke anfahren, so dass die Fahrt von Bernau bis Blankenburg bei freien Straßen 48 statt 17 Minuten dauern wird. Wenn die Straßen verstopft sind, da ja voraussichtlich sehr viele Reisende das Auto bevorzugen und die ohnehin in den Hauptverkehrszeiten oft verstopften Straßen mit den Bussen teilen müssen, wird man wohl noch mehr Zeit einplanen müssen. Für die Sportlichen gibt es noch die Möglichkeit, das Fahrrad zu benutzen, aber das kommt sicher nicht für die Mehrzahl der Fahrgäste in Frage. Es kommen also vier harte Wochen auf uns zu.

Aber die Signalanlagen müssen erneuert werden, damit wir sicherer sind – da gibt es wohl keine Alternative.

Die Karower werden sich sicher alle noch an den April 2009 erinnern, als ein Regionalzug auf einen Güterzug mit 24 Waggons Flüssiggas auffuhr. 11 Leicht- und 2 Schweverletzte gab es, die Kesselwagen hielten dem Aufprall zum Glück stand. Nur zwei Monate später hatten die Anwohner des Bahnhofes in Viareggio (Italien) weniger Glück: bei der Entgleisung von Waggons mit Butangas strömte aus defekten Wagen Gas aus, es kam zur Explosion, 32 Menschen starben, 100 wurden durch die Zerstörung ihrer Häuser obdachlos.

Wollen wir mehr Sicherheit müssen wir wohl diese 4 Wochen ertragen.

Aber: es kommt für die Karower noch schlimmer: Vom 14.10. bis voraussichtlich 28.10. wird die DB die Sperrzeit nutzen, um bei der Gleiserneuerunng voranzukommen. Um die Zeit maximal auszunutzen und dadurch die Ausfallzeit der S-Bahn so kurz wie möglich zu halten, soll rund um die Uhr am Gleisbett gearbeitet werden. Der alte Schotter muss herausgenommen und verladen, der neue eingebracht werden. Über 20.000 Tonnen in 76 Arbeitszügen werden geschätzt. Erst nach diesem Wechsel kann die neue Signalanlage angeschlossen und abgenommen werden.

Die danach folgenden Arbeiten in Buch bis Bernau werden keine so hohe Lärmbelästigung bringen.

Die BINO kämpft seit 2010 für mehr Sicherheit und besseren Nachtschlaf. Aber wir kämpfen nicht gegen den Güterverkehr auf der Schiene, auch nicht gegen die Deutsche Bahn an sich. Wir wollen nur, dass alles technisch Machbare getan wird, um unsere Gesundheit zu schützen.

Ein wichtiger Schritt sind diese Baumaßnahmen, mit denen wir hoffen können, dass es nach den nun kommenden Belastungen der Schienenersatzverkehre und Baulärmzumutungen, endlich für uns und unsere Kinder besser wird.

Je reibungsloser die Bahn jetzt bauen kann, desto schneller fahren die Züge wieder. (Allerdings wird es auch 2017 noch einmal eine Vollsperrung geben, wenn am Karower Kreuz zwei Brücken gebaut werden. Wir hoffen, dass das aber nicht so lange dauert).

Wir wünschen Ihnen allen gute Nerven für diese Zeit.